• Der junge Törless (BRD/FR 1966)

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Wo verschwimmt die Grenze zwischen tatenloser Zeugenschaft und aktivem Voyeurismus, zwischen allmählichen Zweifeln und zu später Einsicht, zwischen Fassungslosigkeit und Faszination?

Der unscheinbare, devote Basini wird dabei erwischt, einem seiner Internatsbrüder Geld aus dem Schrank gestohlen zu haben, um Schulden bei einem anderen zu begleichen. Beineberg und Reiting, der Bestohlene und der Gläubiger, lassen ihn dieses Verbrechen mit einem wesentlich höheren Gut bezahlen: seiner Würde. Ganz gleich, um was es sich handelt, Basini wird ihnen von nun an Sklave sein. Törless, ein Freund und Mitläufer der beiden Internatszöglinge, wird ebenfalls Zeuge der brutalen und bisweilen blutigen Schlägereien, Quälereien und Demütigungen, die sich allabendlich auf dem Dachboden des Internats zutragen. Vergeblich versucht er, Beineberg und Reiting zur Denunziation und dem folgenden Internatsausschluss des Mitschülers zu überreden. Doch aus anfänglicher Betroffenheit wird heimliches Begehren, und Törless damit zumindest zum mitwissenden Komplizen der sadistischen Taten. Jetzt muss er erkennen, dass es nur einen schmalen Grat gibt zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Gut und Böse.

All das erinnert an die Nazizeit, an die Praktiken der Machtergreifung, an die Reden Himmlers und an das Verhalten des aufgeklärten Bürgertums, das die primitiven Nazis nur überlegen beobachtete – bis es zu spät war. (Schlöndorff 2011, S. 160)

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