Sammlung Volker Schlöndorff

PRESSEMITTEILUNG // Die Sammlung Volker Schlöndorff als virtuelle Ausstellung

Der gebürtige Wiesbadener Volker Schlöndorff ist einer der wenigen deutschen Filmemacher, denen der internationale Durchbruch gelang. Als Assistent von Jean-Pierre Melville, Louis Malle und Alain Resnais lernte er in Frankreich sein Handwerk. Schon sein Debütfilm DER JUNGE TÖRLESS (1965/1966) wurde zu einem großen Erfolg und gilt als einer der Schlüsselfilme des Neuen Deutschen Films. Seine Günter-Grass-Verfilmung DIE BLECHTROMMEL (1979) erhielt als erste deutsche Produktion den Oscar® für den Besten Fremdsprachigen Film. Im Laufe seiner mehr als vier Jahrzehnte umspannenden Karriere gelang es dem profilierten Regisseur immer wieder, mit anspruchsvollen Literaturverfilmungen sowohl ein breites Publikum als auch die Filmkritik zu überzeugen. Schlöndorffs filmisches Werk zeichnet sich durch enorme Vielfalt aus, im Zentrum steht dabei aber immer der kritische Blick auf die Gesellschaft, auf soziale Missstände und Zwänge sowie das Aufbegehren dagegen.

Im Juni 1992 übergab Volker Schlöndorff dem Archiv des Deutschen Filmmuseums die gesamten noch vorhandenen Unterlagen zu seinen Filmen. Recherchematerialien und Notizbücher, Skripte in verschiedenen Fassungen, Arbeitsdrehbücher, Produktionstagebücher, Storyboards, Dreh- und Mischpläne, Kostüm- und Architekturentwürfe sowie tausende Motiv-, Casting-, Arbeits- und Standfotos, Plakate, Kleinrequisiten, Preise und Urkunden. Sie sind Belege seiner Regiearbeit, aber auch Primärquellen zur Betrachtung des Filmemachens in Deutschland an sich, von der Mitte der 1960er Jahre bis heute.

Anlässlich seines 75. Geburtstages am 31. März 2014 präsentiert das Deutsche Filminstitut / Deutsches Filmmuseum diese vielfältige Sammlung erstmals der Öffentlichkeit als virtuelle Ausstellung. Sie verbindet Text- und Bildmaterial mit multimedialen Elementen. In einer ersten kuratorischen Auswahl werden Dokumente und Materialien zu Schlüsselfilmen aus Schlöndorffs umfangreichem Werk redaktionell aufgearbeitet und online bereitgestellt; die Ausstellung soll sukzessive ergänzt werden. Wir freuen uns, Volker Schlöndorff als langjährigen Freund des Hauses zu einem späteren Zeitpunkt auch persönlich im Filmmuseum gratulieren zu dürfen.

Wir bedanken uns beim Förderkreis des Deutschen Filminstituts für die freundliche Unterstützung.

Die virtuelle Ausstellung kann vom 31. März an besucht werden.

„Wie schwierig es ist, Filme zu machen, habe ich erst bemerkt, als ich schon einen gemacht hatte.“ Volker Schlöndorff

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